Bernhard Klampfl

© Dieter Wuschanski

Geliebte Rollen am Theater

10 Jahre war ich fest an Theatern engagiert gewesen. Hatte Rollen gespielt, die ich geliebt habe. Mozart, anfangs überdreht, am Ende tot krank, aber immer komponierend. Kostja, dessen Liebe zu Nina so unschuldig beginnt und so furchtbar endet. Ferdinand, der seinen Vater ans Messer liefern will, aber stattdessen die Liebe seines Lebens tötet.

Aber ich wollte drehen - das war mit dem Theater spielen jedoch nicht vereinbar. Ich ging aus meinem Vertrag.

Im Tal der Tränen

Und tappte, nach Jahren als Vollprofi, WUMMS, komplett ins Schauspieler-Elend. Ich saß zum ersten Mal rum! Durfte nicht mehr mitspielen. Das Telefon stand still. Ich war trainiert bis zu sieben Stücke parallel zu spielen und zusätzlich noch zu Proben. Jetzt bekam ich nicht einen einzigen bezahlten Drehtag!

Ich stand im billigsten Laden und dachte: Kann ich mir diesen Käse wirklich gönnen? Ich verschickte teure Fotos und noch teurere Showreels. Und es tat sich nichts.

Meine Würde verdampfte. Ich wurde unsichtbar. Oder, wie man in Österreich so schön sagt: Zur Sau am Hacken, die ausblutet ohne dass es irgendwen interessiert.

Familienfeiern, Freunde treffen, alles wurde zum Spießrutenlauf. Immer diese Frage: Und, wie läuft's? Zehn Jahre hatte ich von meinen Premieren berichten können. Jetzt war ich nur noch beschämt.

© Dieter Wuschanski

Coachings haben mir rausgeholfen

Aber mithilfe von Coachings habe ich mich dann rausgearbeitet. Mit ganz kleinen Schritten. Stück für Stück. Ich hätte das alleine nicht geschafft. Ja, das kostete Geld. Ja, alles Geld, das ich zusammenkratzen konnte. Ja, das hab´ ich mir vom Mund abgespart.

Aber was mit Coaching möglich ist, hat mich begeistert.

Dem Schmerz, der Trauer, der Wut Raum geben, bis sie schmelzen. Die Sichtbarkeit erhöhen. Endlich vom Schrumpfen zurück ins Wachsen kommen. Das Instrument trainieren. Wieder andocken an der Berufung. Das innere Mind Set komplett umdrehen. Gemeinsam aus der Abwärtsspirale einen Schwebebalken machen.

Die Erfahrung weitergeben

Und dann dachte ich: Ich muss diese Erfahrung weitergeben!

Ich lag Sigrid Andersson, Gründerin von „Die Tankstelle" in den Ohren. Solange bis ich bei ihr und ihren phantastischen Kolleginnen die Ausbildung zum Schauspielcoach machen durfte.

Zwei ganz wichtige Dinge

Und da geschahen zwei ganz wichtige Dinge: Ich wurde Schauspielcoach mit Hand, Fuß, Kopf und viel Herz. Und ich lernte meine Kollegin Anna Böttcher kennen.

Jetzt fragst du vielleicht: Und, dreht er jetzt ständig??!! Nein, weil, wie mein Vater so schön sagt: Du fängst nie den Fisch, den du siehst!

Ich habe mich ent-schieden. Ich coache. Und klar, wenn das Telefon läutet, spiele ich auch.

Während Dreharbeiten konnte ich bei kniffligen Szeneneinstiegen oder emotional hoch aufgeladenen Momenten immer wieder auf die sehr hilfreichen "Kernsätze" zurückgreifen, die wir im Einzelcoaching herausgefiltert haben und die mir dann, mit den wahren Motivationen, Begierden und Abgründen meiner Figur unterfüttert, einen kraftvollen und spezifischen Eintritt ermöglicht haben.

Neben vielen nützlichen unterschiedlichen Tools und individuellen Zugängen, die einem Bernhard während der gemeinsamen Rollenentwicklung vermittelt, schätze ich auch sehr seine Begeisterung für die gemeinsame Arbeit, die einen zugleich ansteckt und anspornt.

LUKAS STÖGER

Schauspieler

Als Schauspieler gespielt an folgenden Theatern (Auswahl)

Landestheater Tübingen, Schauspielhaus Chemnitz, Landesbühnen Sachsen, Wien: Stücke Alma Mahler (Gustav Klimt), Richard Wagner (Hagen), Theaterzeit Freistadt

Berufserfahrung als Coach

Seit 2016 Coach bei "die Tankstelle-für Künstler zum Auftanken"

Als Setcoach (Auswahl)

  • "Die Wolfgäng" für Sony Pictures
  • "Meine Nachbarn mit dem dicken Hund" (ARD)

Für folgende Formate gecoached (Auswahl)

Babylon Berlin, Tatort Kiel, Tatort Bremen, Tatort Frankfurt, Tatort Luzern, diverse Sokos, Kommissarin Heller, Alarm für Kobra 11, Mallorca Files, Sturm der Liebe, GZSZ, Nachtschwestern, Bettys Diagnose, Lindström, Die Galloschen des Glücks, Tribes of Europe, Jerks, Notruf Hafenkante, Falk

Arbeit an Schauspielschulen

  • Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart
  • Europäisches Theaterinstitut Berlin
  • Schauspielschule Zerboni München

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